• Fabian

Zuschaltbares Allrad mit harter Visko-Kupplung

Ein VW T3 Syncro hat nicht unbedingt einen vergleichbaren Allrad Antrieb wie sonstige „echte“ Geländewagen. Ich sage bewusst echte Geländewagen, da ich sämtliche neumoderne SUVs ganz klar nicht dazuzähle.

Der Syncro Antrieb bei VW nutzt eine Lamellenkupplung mit Viskoöl um den Vortrieb auch an die Vorderräder weiterzuleiten. Zusätzlich kann ein Syncro über Differenzialsperren verfügen, welche den Bulli sehr geländetauglich machen.

Die Antriebslösung von VW hat auf der Straße bei normalen Verhältnissen sicher einige Vorteile, da das Auto deutlich leichter zu lenken gilt. Im Gelände hingegen ist eine solche Lösung nicht optimal, da die vorderen Räder erst angetrieben werden, sobald die hintere Achse durchdreht. Bei einem echten Geländewagen ist dies nicht der Fall. Über die Jahrzehnte wird das Viskoöl härter und somit drehen die vorderen Räder eher mit, was im Gelände wieder sinnvoll ist, aber auf der Straße schlechter ist. Die Lenkung geht in engen Kurven deutlich schwerer, die vorderen Reifen nutzen sich mehr ab und der Verschleiß im gesamten Antriebsstrang wird wohl auch mehr sein. Zu meiner Verwunderung ist der Dieselverbrauch nicht erwähnenswert höher.

Nun kann man die Viskokupplung natürlich überholen oder austauschen, um den Originalzustand wiederherzustellen, oder man lässt die Viskokupplung wie sie ist und bedient sich an einer anderen Lösung, um die gewonnene Offroadfähigkeit nicht wieder zu verlieren.

Da wir auf unserer Reise natürlich nicht nur Offroad unterwegs sind, sondern die meisten Kilometer immer noch auf Asphalt hinter uns legen, fand ich es sinnvoll den Allradantrieb nur optional einschalten zu können. Heißt, dass wir quasi nur mit einem Hinterradantrieb unterwegs sind und den 4x4 Antrieb eben nur bei Bedarf einschalten.

Die Lösung dazu ist recht leicht umgesetzt, man baut einen sogenannten „Zuschaltbaren Allrad“ ein. Am Schaltgetriebe muss dazu nur der vordere Gehäuseteil ausgetauscht werden, da es von diversen Zubehör Läden bereits eine von VW vorgedachte Entwicklung dazu gibt. Eine Muffe schafft dort die Verbindung zur Kardanwelle und wird über das Unterdrucksystem geschaltet. Dann muss das bereits standardmäßig von VW verlegte Kabel angeschlossen werden. Etwas mehr Fummelei ist die Verlegung der Unterdruckschläuche zum Bedienelement nach vorne, aber auch das ist kein Hexenwerk.

Für den Umbau muss das Getriebe nicht ausgebaut werden!

Ich bin sehr zufrieden mit der Lösung, auch wenn diese natürlich nicht ganz günstig ist.

Nur um das Thema noch komplett abzuschließen, möchte ich noch ergänzen, dass die Viskokupplung auch durch eine starre Verbindung ersetzt werden kann. Eine Lösung, die den Bulli noch bessere Offroadfähigkeit verschafft.

Mal schauen… diesen Umbau machen wir vielleicht später noch einmal… und sorry, auf dem Bild hängt ein Erdungskabel vor der Linse, bitte dadurch nicht irritieren lassen...


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